Neue Geothermie-Allianz sorgt für geeintes Auftreten
Mit Gründung der ARGE Geothermie Allianz Österreich hat die Tiefengeothermie nun eine starke, gebündelte Stimme – und die Energiewende eine wichtige neue Mitstreiterin.
Neue Geothermie-Allianz sorgt für geeintes Auftreten
Mit Gründung der ARGE Geothermie Allianz Österreich hat die Tiefengeothermie nun eine starke, gebündelte Stimme – und die Energiewende eine wichtige neue Mitstreiterin.
Tief unter unseren Füßen schlummert eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle: Erdwärme aus Heißwasservorkommen in mehreren hundert bis zu tausenden Metern Tiefe. Diese Wärme – entstanden aus Relikten der Erdentstehung und dem natürlichen radioaktiven Zerfall von Gesteinen – steht uns praktisch unbegrenzt zur Verfügung. Dennoch wird die Tiefengeothermie in Österreich bislang nur in geringem Ausmaß zur Wärmeversorgung genutzt. Das soll sich ändern.
Koordiniert, gebündelt, wirksam
Das wachsende Interesse an geothermischer Energie spiegelt sich in den aktuellen Projekten wider – allen voran dem laufenden Projekt deeep von Wien Energie und OMV sowie geplanten Initiativen in der Steiermark, Niederösterreich und im Westen Österreichs. Um diese Dynamiken zu bündeln, haben der Fachverband Gas Wärme (FGW) und der Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie (FVEK) eine neue Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen: die ARGE Geothermie Allianz Österreich, kurz ARGE GAÖ.
In der konstituierenden Sitzung wurde Linda Kirchberger von Wien Energie zur Vorstandsvorsitzenden gewählt, als Stellvertreterin fungiert Michaela Jarosch von der OMV. Die Geschäftsführung übernimmt turnusmäßig eine der beiden Trägerorganisationen – aktuell leitet Clara Maria Habeler (FGW) die Geschäfte, unterstützt von Hedwig Doloszeski (FVEK) als Stellvertreterin.
Geothermie als wesentlicher Baustein der Energiewende
Die Gründung der ARGE GAÖ kommt zum richtigen Zeitpunkt. Österreich hat ambitionierte Klimaziele, und die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ist dabei eine der größten Herausforderungen. Die Tiefengeothermie bietet eine standortunabhängige, grundlastfähige und emissionsfreie Alternative – vorausgesetzt, die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Genau daran arbeitet die neue Allianz.
Gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen
Tiefengeothermie ist keine Nischenangelegenheit eines einzelnen Sektors – sie berührt Energierecht, Bergrecht, Raumordnung, Klimapolitik und Technologieförderung gleichermaßen. Genau diese Querschnittsnatur macht eine koordinierte, einheitliche Interessenvertretung so notwendig. Die Allianz setzt auf enge Kooperation mit den zuständigen Ministerien sowie mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen – insbesondere mit dem European Geothermal Energy Council (EGEC). In Arbeitsgruppen werden rechtliche Rahmenbedingungen analysiert und weiterentwickelt, Positionspapiere erarbeitet und technologische Innovationen sichtbar gemacht.
Die ersten Schritte sind bereits getan: Die ARGE GAÖ hat zahlreiche Stakeholder-Gespräche geführt und die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik intensiviert. Erste konkrete Ergebnisse werden beim Forum Tiefengeothermie am 5. November 2026 präsentiert.