Priolo: Eni und Q8 Italy bauen gemeinsame Bioraffinerie in Sizilien
Eni und Q8 Italy investieren gemeinsam in den Aufbau einer neuen Bioraffinerie am Standort Priolo in Sizilien. Die neue Anlage mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen pro Jahr soll sowohl Hydrotreated Vegetable Oil (HVO) als auch Sustainable Aviation Fuel (SAF-Biojet) produzieren und dabei mindestens 65 Prozent weniger Treibhausgasemissionen verursachen als konventionelle fossile Kraftstoffe. Das Projekt baut auf der Ecofining™-Technologie auf, die Abfälle, Rückstände und pflanzliche Öle in hochwertige Biokraftstoffe umwandelt. Die Fertigstellung wird bis Ende 2028 erwartet.
Das Projekt stärkt zugleich eine seit 30 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen Eni und Q8, die 1996 mit der Raffinerie Milazzo begann, und ist eingebettet in den im Oktober 2024 angekündigten Transformationsplan für den Industriestandort Priolo.
Sannazzaro de' Burgondi: Investitionsentscheidung für zweite neue Bioraffinerie
Eni hat die endgültige Investitionsentscheidung (FID) für die Umrüstung von Anlagenteilen der Raffinerie Sannazzaro de' Burgondi in der Lombardei getroffen. Das Vorhaben sieht die Umwandlung des Hydrocracker-Aggregats (HDC2) mittels Ecofining™-Technologie sowie den Bau einer Vorbehandlungseinheit für Abfälle und Reststoffe vor – die Hauptrohstoffe, die Enilive zur HVO-Herstellung einsetzt.
Die neue Bioraffinerie mit einer Produktionskapazität von 550.000 Tonnen pro Jahr wird flexibel zwischen SAF-Biojet und HVO-Diesel wechseln können. Die bestehende Produktion konventioneller Kraftstoffe am Standort bleibt dabei vollständig erhalten; die Bioraffinerie ergänzt das Portfolio lediglich um eine zusätzliche, nachhaltige Produktionslinie. Die notwendige Infrastruktur – einschließlich Logistik und Anbindung an Flughäfen in der Lombardei – wird entsprechend angepasst. Auch diese Anlage soll bis 2028 in Betrieb sein.
Mit den beiden Projekten will Eni über das Tochterunternehmen Enilive seine Bioraffinerie-Kapazität von derzeit 1,65 Millionen Tonnen pro Jahr auf über 3 Millionen Tonnen in 2028 und über 5 Millionen Tonnen bis 2030 steigern – darunter bis zu 2 Millionen Tonnen SAF.