Der Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie begrüßt die Industriestrategie insgesamt und insbesondere die gezielte Förderung von Schlüsseltechnologien, die klare Schwerpunktsetzung sowie den Fokus auf Zukunftstechnologien und alternative Energieträger. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es klare Leitlinien, um Investitionen zu mobilisieren und den Standort nachhaltig zu stärken.
Österreich auf der Überholspur: Mobilität als Zukunftsfeld
Österreich soll zur Modellregion für automatisierte Mobilität werden – mit realen Testumgebungen und einem Implementierungsprogramm für die breite Skalierung. Flankiert wird das durch gezielte FTI-Maßnahmen für die Bahnindustrie, ein neues Schienenfahrzeugtest- und Kompetenzzentrum sowie Flagship-Initiativen zu Elektromotoren, Brennstoffzellen und emissionsfreien Fahrzeugen. Der Ausbau emissionsfreier Infrastruktur mit Fokus auf E-Mobilität wird beschleunigt – vom Aufbau von Ladeinfrastruktur an Depots bis zur flächendeckenden Ausrollung entlang von Verkehrswegen, abgesichert durch eigene gesetzliche Regelungen. Ergänzend werden Test- und Messinfrastrukturen für Zero Emission Mobility gefördert.
Regulatorik für neue Technologien: Wasserstoff, CCUS und Geothermie
Für die Energiebranche besonders relevant sind drei regulatorische Weichenstellungen: Bis 2035 entsteht ein durchgängiges Wasserstoff-Fernleitungsnetz als Teil des European Hydrogen Backbone. Das Wasserstoffpaket im Gaswirtschaftsgesetz schafft den notwendigen Rechtsrahmen für Netzzugang und Genehmigungsverfahren. Die Aufhebung des gesetzlichen CCS-Verbots eröffnet energieintensiven „Hard-to-abate"-Sektoren – darunter Stahl, Chemie und Zement – einen wichtigen zusätzlichen Dekarbonisierungspfad. Darüber hinaus soll ein neuer gesetzlicher Rahmen für Geothermie diese heimische Ressource rascher nutzbar machen, insbesondere für die industrielle Wärme- und Kälteversorgung.
Von der Strategie zur Praxis: Jetzt zählt die Umsetzung
Entscheidend ist die Technologieoffenheit, denn nur durch vielfältige Lösungsansätze – von Elektrifizierung bis zu nachhaltigen Kraftstoffen – lassen sich Innovation, Versorgungssicherheit und Klimaziele verbinden. „Jetzt kommt es auf die konsequente Umsetzung an. Als Branchenvertretung stehen wir bereit, diesen Weg konstruktiv mitzugestalten – für einen starken, resilienten Industriestandort Österreich“, meint Hedwig Doloszeski, Geschäftsführerin Fachverband der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie.