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  3 Fragen an Thomas Gangl

DI Thomas Gangl ist seit FVMI_Thomas-Gangl-cOMV13. August neuer Obmann des Fachverbands der Mineralölindustrie (FVMI) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Seit November 2016 Mitglied des Fachverbandsausschusses übernimmt er nun den Vorsitz von Vorstandsdirektor Mag. Manfred Leitner, der die Funktion des Fachverbandsobmanns seit Oktober 2015 innehatte.

In seiner Rolle als OMV Vorstandsdirektor des Verantwortungsbereichs Downstream Refining & Petrochemical Operations beantwortet er uns ein paar Fragen:

Zum Thema Nachhaltigkeit: Welche Initiativen setzt die OMV zur Dekarbonisierung im Straßenverkehr bei?
 
Die OMV unterstützt die Wende hin zu CO2-ärmeren Energieträgern und arbeitet kontinuierlich an der Einführung innovativer Technologien, um die Umweltauswirkungen unserer Aktivitäten zu reduzieren. Einen Beitrag hierzu leistet unter anderem der Einsatz von Kraftstoffen mit biogenen Anteilen. Durch Co-Processing ist es möglich die Qualität und Stabilität von solchen Kraftstoffen zu erhöhen. Dabei geht es darum, dass biogene Stoffe, wie z.B. heimisches Raps- oder Altspeiseöl, gemeinsam mit Erdöl raffiniert werden, im Unterschied zur herkömmlichen Methode, bei welcher der biogene Anteil erst nach der Produktion zugesetzt wird. Der hohe Integrationsgrad der OMV Raffinerien reduziert die Treibhausgasemissionen aus dem Co-Processing um bis zu 85 % im Vergleich zu EU-Standards für ähnliche Prozesse.
 
Sieht man die ReOil® Technologie als Einstieg in einem neuen Geschäftszweig?
 
ReOil® ist ein hochinteressantes Verfahren und ein Beitrag der OMV zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Dass daraus auch ein interessantes Geschäftsmodell wird, daran arbeitet die OMV gerade mit Nachdruck. Derzeit testen wir unterschiedliche Kunststoffarten. Die in der Raffinerie Schwechat integrierte ReOil® Anlage hat die Kapazität 100 kg Altkunststoff in 100 Liter synthetischer Rohöl pro Stunde zu verarbeiten. Derzeit arbeiten wir am Prozessdesign für die nächstgrößere Anlage, welche 2000 kg pro Stunde verarbeiten wird. Die OMV hat für das Verfahren ein Patent in allen wesentlichen Märkten der Welt.
 
Die OMV Raffinerien hatten 2018 einen sehr hohen Auslastungsgrad von 92 % - wie konnten Sie das erreichen?
 
Die OMV betreibt drei Raffinerien: Jene in Schwechat (Österreich) und in Burghausen (Süddeutschland) verfügen über eine integrierte Petrochemie-Produktion. Gemeinsam mit der Raffinerie Petrobrazi (Rumänien) beträgt die gesamte Raffineriekapazität der OMV rund 17,8 Mio Tonnen pro Jahr. Das Knowhow der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein gutes Vertriebsnetz sind für die bestmögliche Auslastung einer Raffinerie sehr wichtig. Unsere Philosophie ist alle drei Standorte als eine einzige Raffinerie zu betreiben – 2018 fand ein Rekord-Transfer von Zwischenprodukten unter den drei Raffinerien statt. Dies hat dazu beigetragen, dass diese Zwischenprodukte immer am optimalen Ort zu Endprodukten verarbeitet wurden und somit alle Prozesseinheiten standortübergreifend bestmöglich ausgelastet waren.